Guinea ist seit heute Ebola-frei. Hä? Ist das nicht schon 2000-and-late?

Jetzt ist es offiziell: Das westafrikanische Land Guinea ist Ebola-frei. Dies teilte heute die World Health Organization (WHO) mit. «Today the World Health Organization (WHO) declares the end of Ebola virus transmission in the Republic of Guinea. Forty-two days have passed since the last person confirmed to have Ebola virus disease tested negative for the second time», schreibt die WHO. Übrigens: Schon im Januar hatte die WHO Westafrika für Ebola-frei erklärt, aber wirklich mitgekriegt hat das niemand. Nachdem die Epidemie 2014 ständig in den Medien war, reichte es in der letzten Zeit nicht mehr für die grosse Medienbühne. Andere Themen wie die Terroranschläge in Europa, der Krieg in Syrien oder noch viel wichtiger der Erdogan-Streit, hatten sich in den Vordergrund gedrängt. Passend dazu schrieb «Die Zeit» im letzten August: «Ebola ist in Afrika nicht besiegt. Doch die Welt hat keine Lust mehr, sich damit zu beschäftigen.»

Ich möchte hier aber eigentlich kein Gejammer über die kurze Aufmerksamkeitsspanne der Medienwelt beginnen. Dafür möchte ich euch einen Artikel präsentieren, den ich im Herbst 2014 als Semesterarbeit verfassen musste und der nie veröffentlicht wurde. Ich bin kürzlich wieder auf ihn gestossen und die WHO hat mir heute passenderweise den Aufhänger geliefert. Zum Artikel gehört auch eine Infografik:

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Zeitungstitel verschwinden nicht einfach so, dazu tragen wir alle gemeinsam bei

Die Schweiz soll einst als Land mit der weltweit höchsten Zeitungsdichte gegolten haben. Heute hat sich das schon ziemlich relativiert. 2014 verfasste Catherine Duttweiler in der «Zeit» dazu einen Warnruf: «Ein starker Lokaljournalismus kontrolliert als vierte Gewalt die lokalen Würdenträger. Doch die großen Verlage untergraben diese Grundlage unserer Demokratie.»

Immer mehr kleinere Zeitungen werden eingestellt oder verlieren ihre Eigenständigkeit. Ein Grund dafür: die grossen Verlage suchen nach Synergien. So erscheinen seit 2011 die Tageszeitungen «Zürcher Oberländer», «Landbote», «Zürichsee-Zeitung» und «Zürcher Unterländer» mit einem gemeinsamen Zeitungsmantel, der anfänglich noch vom «Landboten» in Winterthur, und nun von der «Berner Zeitung» geliefert wird. Das heisst im Klartext: Der lokale Teil entsteht noch lokal, alles andere stammt aus Bern. Aktuell noch eigenständig, aber immerhin bald schon mit gleichem Redaktionssystem, sind indes das «St. Galler Tagblatt» und die «Neue Luzerner Zeitung». Laut «persoenlich.com» rücken die zum gleichen Verlag gehörenden Zeitungen näher zusammen. «So soll in Zukunft das Layout und das Redaktionssystem der regionalen Ausgabe der beiden Zeitungen einheitlich sein.» Zudem haben sie einen gemeinsamen Chefredaktor erhalten. Zu beiden Zeitungen gehören verschiedene regionale Titel, die im Kopfblatt-Mantel-System erscheinen. Beim «St. Galler Tagblatt» sind es unter anderem die «Appenzeller Zeitung», die «Wiler Zeitung», oder die «Thurgauer Zeitung», bei der «NLZ» die «Neue Zuger Zeitung» oder die «Neue Urner Zeitung». Langfristig ist ein gemeinsamer Mantel für die insgesamt 14 Regionaltitel geplant.

Doch die Verlage sind nicht einfach die Bösen: Natürlich kann man monieren, dass die Vielfalt wegen der Suche nach Einsparmöglichkeiten verschwindet. Ein Grund dafür, dass diese Einsparungen überhaupt nötig werden, liegt bei der «Bezahlfaulheit» der Leser. Wenn ich in meinem Umfeld nachfrage, welche Zeitungen gelesen werden, dann liegen die Gratismedien (Print und Online) ganz weit vorne. Man informiert sich kostenlos online oder mit einer Gratiszeitung im öffentlichen Verkehr. Ein Abo hat praktisch keiner mehr. Es sind also beide Seiten, die am Rückgang Schuld sind: Einerseits die Verlage, die nicht mehr nur aus «noblen Gründen» Zeitung machen und teilweise ihren Umsatz gar nicht mehr mit ihrem ursprünglichen Kerngeschäft erwirtschaften und andererseits die Leser, die sich mit ihrem Hang zur «Gratiskultur» keine Zeitungsabonnemente mehr leisten.

Gerade Regional- und Lokalzeitungen sind auf die lokale Verankerung angewiesen. Sie sind für das lokale Gewerbe die einfachste Möglichkeit, die lokale Kundschaft zu erreichen. Wenn aber dieser Werbemarkt durch mangelnde Leser schwindet, dann bedeutet dies über Kurz oder Lang das Ende der Zeitungstitel. Das geht dann in die gleiche Richtung, wenn man das Verschwinden der kleinen Läden in den Innenstädten betrauert, aber nur bei den grossen Ketten oder im Internet einkauft.

Das «B» steht für Brüste

«B» steht für Boulevard und dieser ist im Journalismus nicht wegzudenken. In Deutschland ist die «Bild» die bekannteste Vertreterin dieser Zunft, in Österreich die «Kronen Zeitung» und in der Schweiz der «Blick». Zwar wird Boulevardjournalismus nicht in allen Ländern gleich verstanden, grundsätzlich einen sie jedoch alle reisserische Überschriften und ein bildlastiges Layout. In der Schweiz scheint «B» aber nicht nur für «Boulevard» zu stehen, sondern auch für «Brüste», wie heute Vormittag ein Blick auf die Front-Seite der Online-Ausgabe des «Blicks» zeigte. Gleich drei Mal wurden Artikel mit weiblichen Argumenten beworben – nicht immer wäre dies aber notwendig gewesen. Bild dir deine Meinung:

Blick.ch Artikel “«Die meisten dachten, es wäre Feuerwerk»”.
Blick.ch Artikel “«Die meisten dachten, es wäre Feuerwerk»”.
Blick.ch Artikel “«Ich habe meine Brüste gemacht»”.
Blick.ch Artikel “«Ich habe meine Brüste gemacht»”.
Blick.ch Artikel “Kate Upton beim Bürsten”.
Blick.ch Artikel “Kate Upton beim Bürsten”.

Die Blogosphäre über Krieg

Ob im Gazastreifen, in der Ukraine, im Irak oder im Südsudan: 100 Jahre nach dem 1. Weltkrieg scheint die Menschheit nichts gelernt zu haben. Ich habe mich in der Blogosphäre umgeschaut und die fünf interessantesten Artikel zum Thema Krieg, welche auf von wordpress.com gehosteten Blogs veröffentlicht wurden, zusammengetragen.

  1. MatterOfOpinion – Krieg-Knigge für Nicht-Experten
  2. AB MORGEN WIRD ALLES ANDERS – Gegen Bilder sind Fakten oft machtlos
  3. Ein guter Tag – Die Fremdheit in der Nähe.
  4. THE UPSIDE DOWN CHRONICLES- I’m Angry- The Forgotten World War Centenary
  5. Breach Your Mind – AUGUST 4TH, 1914

Die Betriebspause in der Blogosphäre

Der Haushaltsstreit legt die Regierung in den USA lahm. Seit dem 1. Oktober haben etwa 800’000 Regierungsangestellte unbezahlten Urlaub. Glücklicherweise hat der “Shutdown” bisher auf die Börse wenig Einfluss, für die beurlaubten Angestellten ist es jedoch sehr mühsam.

Ich habe mich in der Blogosphäre umgeschaut und die fünf besten Artikel, welche auf von wordpress.com gehosteten Blogs veröffentlicht wurden, zusammengetragen.

  1. casitavida – Surviving the Furloughed Worry Load: General Tips
  2. nadinesreise – 1. Oktober: Honeymoon Shutdown
  3. Pingu-Mania – US-Shutdown immer schlimmer
  4. Kelly Guymon Photography – Zion NP to Reopen (Soon)
  5. Explore – Capture – Create – The Government Shutdown