Dienstags Fünfzehn

Hurra! Die elfte Ausgabe von Dienstags Fünfzehn ist da! Endlich kriegt ihr hier etwas zu lesen. Auch dieses Jahr sind wieder zehn Ausgaben geplant. Heute mit fünf interessanten Buchtipps – in fünfzehn oder weniger Wörtern.

  1. Der Zauberberg von Thomas Mann
    Hans Castorp in der Abgeschiedenheit.
  2. Die Frequenzen von Clemens J. Setz
    Zwei Männer. Zwei Geschichten.
  3. Am Abend des Mordes von Håkan Nesser
    Barbarotti auf dem Abstellgleis.
  4. Small World von Martin Suter
    Eine Geschichte mit und über Alzheimer.
  5. Headhunter von Jo Nesbø
    Dieser Headhunter hat sein Leben im Griff.

Buchtipp: Die Frequenzen

Die Frequenzen
Die Frequenzen

Nach Indigo musste ich mir auch noch ein weiteres Buch des Grazer Autoren Clemens J. Setz antun. Der Roman erschien 2009 beim Residenz Verlag und liess schon damals viele Kritiker jubeln. Mich persönlich hat es nicht durchwegs überzeugen können, zwischendurch gab es Kapitel die mir zu abgehoben erschienen, gesamthaft gefiel mir “Die Frequenzen” jedoch sehr gut – besser als sein jüngstes Werk “Indigo”.

Setz erzählt die Geschichte von zwei jungen Männern. Alexander ist Altenpfleger, welcher früh von seinem Vater im Stich gelassen wurde. Er verfügt über eine ausufernde Fantasie. Als er Valerie, eine Psycho-therapeutin kennenlernt, verliebt er sich in sie. Walter hingegen, Sohn eines erfolgreichen Architekten, möchte vielleicht Schauspieler werden, weiss jedoch nicht, ob er damit nur die Wünsche seines Vaters auslebt. Die Psychotherapeutin Valerie engagiert ihn für Gruppentherapien, wo Walter sein Talent beweisen kann. Alle Figuren in diesem Roman können als leicht verrückt gelten, was die Geschichte umso interessanter macht, gleichzeitig aber zwischen durch zähe Stellen bewirkt, wenn man lieber einmal etwas mehr von der Storyline und weniger von den Gedankengängen der Personen erfahren möchte.

In einiger Zeit werde ich mich bestimmt an weitere Werke von Clemens J. Setz wagen. “Die Frequenzen” und auch “Indigo” zeigen, dass die Literatur keine Nachwuchssorgen hat. Ich bin auf weitere Bücher von ihm gespannt.

Klappentext
Dies ist die Geschichte von Walter, dem Sohn eines Architekten mit Einfluss. Er will Schauspieler werden oder will es nur sein Vater? Walter bekommt seine Chance, als ihn Valerie, eine Psychotherapeutin, die bessere Tage gesehen hat, engagiert, um in Gruppensitzungen fiktive Patientenrollen zu spielen. Doch er geht zu sehr in seiner Rolle auf. Dies ist die Geschichte von Alexander. Er ist Altenpfleger, ein junger Mann mit ausufernder Phantasie, die sich im Schatten einer einsamen Kindheit entwickelt hat. Alexander kündigt seinen Job, und er will seine Freundin loswerden, um mit Valerie zusammenzuleben. Doch die wird eines Tages brutal zusammengeschlagen.

Details
Autor: Clemens J. Setz
Verlag: Residenz Verlag
Erstausgabe: 2009

Buchtipp: Indigo

Clemens Setz Indigo Buchumschlag
Indigo

Überall auf der Welt leiden Eltern unter ihren Kindern. Was nicht besonders klingen mag, ist es jedoch in diesem Fall. Kinder, die an Indigo erkrankt sind, werden zu tickenden Zeitbomben. Wer ihnen zu lange zu nahe kommt, der leidet bald unter Übelkeit und Kopfschmerzen. Sobald eine Krankheit auftaucht, entstehen selbstverständlich auch Einrichtungen dafür. In der Steiermark ist deswegen eine Internatsschule eröffnet worden. Der junge Mathematiklehrer Clemens Setz (!!!) möchte dort gerne sein Praktikum absolvieren. Mit der Zeit stechen ihm seltsame Vorfälle ins Auge. So werden Kinder in Verkleidung vom Internat reloziert. Als er Nachforschungen anstellt, wird Setz entlassen.

Jahre später richtet sich die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf einen Strafprozess. Ein ehemaliger Lehrer soll einen Tierquäler gehäutet haben. Ein ehemaliger Schüler wird auf den Artikel aufmerksam…

Der Autor des Buchs, Clemens J. Setz, stammt ebenfalls aus der Steiermark. Mit “Indigo” war er für den Deutschen Buchpreis 2012 nominiert. Das Buch öffnet eine seltsame Welt mit “iBalls” und anderen Besonderheiten, jedoch bleibt die Genialität zum Ende hin einigermassen auf der Strecke. “Indigo” wird kaum in den Schulkanon aufgenommen werden, obwohl Setz bereits unter “Genieverdacht” steht. Hierfür ist die Geschichte zu unbeständig. Trotzdem: wer sich über die Weihnachtszeit gerne unter der Decke verkriecht, wird mit “Indigo” angenehme Lesestunden verbringen.

Klappentext
Im Norden der Steiermark liegt die Helianau, eine Internatsschule für Kinder, die an einer rätselhaften Störung leiden, dem Indigo-Syndrom. Jeden, der ihnen zu nahe kommt, befallen Übelkeit, Schwindel und heftige Kopfschmerzen. Der junge Mathematiklehrer Clemens Setz unterrichtet an dieser Schule und wird auf seltsame Vorgänge aufmerksam: Immer wieder werden Kinder in eigenartigen Maskierungen in einem Auto mit unbekanntem Ziel davongefahren. Setz beginnt, Nachforschungen anzustellen, doch er kommt nicht weit; er wird aus dem Schuldienst entlassen. Fünfzehn Jahre später berichten die Zeitungen von einem aufsehenerregenden Strafprozess: Ein ehemaliger Mathematiklehrer wird vom Vorwurf freigesprochen, einen Tierquäler brutal ermordet zu haben.

Details
Autor: Clemens J. Setz
Verlag: Suhrkamp Verlag
Erstausgabe: 2012